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Veranstaltung von paPPa.com und
Väteraufbruch für Kinder

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mamapaPPa ist meins !
- Anforderungen an eine Reform des Kindschaftsrechts aus der Sicht von Praxis und Wissenschaft -

    2. Juni 1997 - 14.00 bis 17:30 Uhr im Zille-Haus - Rathenower Str. 17, 10559 Berlin


    Jugendamtsmitarbeiter, Gutachter, Psychologen, Wissenschaftler und Richter, die auf diesem Gebiet arbeiten - und auch betroffene Kinder und Eltern - informieren über ihre Sicht der Anforderungen. Zum anschließenden Gespräch sind neben Lokalvertretern aus Politik und Verwaltung die Bundestagsabgeordneten für Berlin und Brandenburg geladen und herzlich willkommen.

    Programm

    14:00 h ZDF-Fernsehfilm: „Die Rechte der Kinder“ nach der UN-Kinderrechtskonvention Scheiden tut weh - Artikel 9 & 10 Das Recht der Kinder, wenn Eltern sich trennen
    14:15 h Stellungnahmen der Praktiker und Wissenschaftler (Podium)
    15:15 h Berichte von betroffenen Kindern
    15:30 h Stellungnahmen der Parteienvertreter
    16:00 h Gespräch mit Plenum, Podium und Politik (Gesetzgeber)
    17:00 h Was haben wir gelernt ? Auftrag an Bonn (Ende um 17:30 h)

    Geplante Podiumsbesetzung:

    Jugendamt: JA-Leitung Berlin-Prenzlauer Berg, Hr. Rabbatsch

    Richter: Hans-Christian Prestin, AG Potsdam

    Anwalt: RA Dr. Eckart Wähner, Berlin

    Gutachter: Dipl.-Psych. Carola Storm-Knirsch

    Wissenschaft: Peter Dietrich, Institut für angewandte Familien-, Kindheits- u. Jugendforschung IFK

    DKHW: Thomas Krüger, Präs. des Deutschen Kinderhilfswerks, MdB (angefragt)

    Betroffene: Christiane Thomas-Plesner, paPPa.com - Eltern im Internet


    mamapaPPa ist meins !
    Ein erneuter Appell an verantwortungsbewußte Eltern und deren Vertreter in der Politik

    Die Gesetzgebenden sind dabei, der Reform des Kindschaftsrechts die endgültige Form zu geben. Noch gibt es eine letzte Frist, dem Gedanken Gehör zu verschaffen, der dieser Reform alleine zugrundeliegen sollte:

    Jedes Kind hat das Recht auf beide Eltern
    - das bedeutet: Gemeinsame Sorge - ohne „Wenn und Aber“.

    Die Unterzeichnenden sind als engagierte Mitbetroffene angesichts des bisher Getanen und dem leider nur zu Erwartenden über alle Maßen besorgt und wenden sich zum wiederholten Male an die Öffentlichkeit mit diesen beiden wichtigsten unter den vielen anderen Anliegen:

    1. Partnerschaft kann enden - Elternschaft nie.
    2. Die sogenannte Reform wird nach heutigem Stand nicht einmal ein Reförmchen.

    Laßt uns auf die Kinder hören

    Deutlicher, als in der UN-Kinderrechtskonvention formuliert, ist nicht zu erkennen, was in Deutschland fehlt. Hier sind uns andere Länder weit voraus und es stünde uns Deutschen gut an, Gutes von den Nachbarn zu lernen.

    Laßt uns beide Eltern sein

    Das Wissen um seine Herkunft ist das Grundanliegen jedes Menschen. All die Fragezeichen um die eigene Existenz schließen den Kontakt nicht nur zu den beiden Eltern ein, sondern auch den Kontakt zu den Verwandten.

    Laßt uns die Sorge teilen

    Ein Sorge“recht“ können nur die Kinder haben - Eltern tragen vor allem die Sorge“verantwortung“ für ihre Kinder. Das „alleinige Sorgerecht“ ist das Eingeständnis einer Gesellschaft dafür, daß sie für die einfachsten Regeln des Zusammenlebens keine konsensfähige Grundlage schaffen konnte.

    Dies sind Zahlen, die uns aufschreien lassen:
    Mehr als hundert-fünfzig-tausend (in Ziffern: 150.000) Kinder verlieren jedes Jahr durch Trennung ihre Eltern. Mehr als fünfzig-tausend der jährlich nichtehelich geborenen Kinder werden ihren Vater nicht kennenlernen. Drei von vier Kindern werden ein Leben lang die Folgen der erlittenen Trennung zu tragen haben.

    Und dies sind Zahlen, die uns alle hoffen lassen:
    Mehr als 50 % gemeinsame Sorge in Norwegen; von 44 % 1983 auf 76 % gesteigert in Schweden; von 36 % in 1986 auf weit über 50 % bis heute gesteigert in Dänemark); fortschrittliche Gesetzgebung in Großbrittannien, den Niederlanden, Italien, Österreich, Spanien und nicht zuletzt in den Vereingten Staaten - und Deutschland? Fehlanzeige mit 15 % ...

    Nehmen auch Sie Anteil an der Weiter-Entwicklung von Grundlagen, die unseren Kindern nützen. Ersparen Sie unseren Kindern als den späteren Eltern das, was heute leider noch so „normal“ ist. Folgen Sie bitte unserer beiliegenden Einladung.

    Gemeinsam werden wir viel bewegen.


    Was die K i n d e r zu Ihrem Reformentwurf sagen:

    zu den acht schwersten von vielen weiteren Versäumnissen, die wir im vorliegenden Entwurf zur Reform des Kindschaftsrechts vom 13.6.1996 immer noch feststellen - trotz all der von vielen Verbänden wiederholt vorgetragenen Forderungen:

  1. Ich will beide Eltern !
    Trotz Europäischer Menschenrechtskonvention (EMRK) und UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) liegen in Deutschland nach wie vor alle Rechte nur bei den Eltern.
    Wir wollen diese Rechte auch für uns deutsche Kinder und damit auch den erforderlichen „Vertreter des Kindes“ im Trennungs-/Scheidungsverfahren.


  2. Bin ich weniger wert, wenn meine Eltern nicht heiraten ?
    Die nichtehelichen bleiben gegenüber den ehelichen Kindern weiterhin benachteiligt.
    Wir wollen die uneingeschränkte Gleichstellung - vor allem gegenüber den Eltern.


  3. Sagt mir: Was heißt „Kindeswohl“ ?
    Alle beratend Tätigen und alle Entscheidungsbefugten dürfen diesen Begriff weiterhin nach Belieben benutzen und uns damit i.d.R. eine Amputation verordnen.
    Wir wollen einen Kriterienkatalog, der dem Wortlaut des Grundgesetzes entspricht: „Das Kind hat ein Recht auf Pflege und Erziehung.“


  4. Meine Eltern sollen beide für mich sorgen !
    Es soll so bleiben: Alleiniges Sorgerecht für den, bei dem ich lebe - der andere bleibt dann oft bald ganz weg (jeder 2. schon nach einem Jahr).
    Wir wollen „gemeinsame Sorge“ im Regelfall und „alleinige Sorge“ als Ausnahme.


  5. Helft den Eltern - um meinetwillen !
    Es fehlt weiterhin jede Auflage, für das Wohl des Kindes Einvernehmlichkeit unten den Eltern herzustellen und Streit nicht eskalieren zu lassen.
    Wir wollen Beratungspflicht der zur Trennung entschlossenen Eltern mit dem Ziel, daß wir besser verstanden werden und um Streit zu vermeiden. Dazu brauchen wir qualifizierte MitarbeiterInnen aller beratenden Stellen.


  6. Laßt paPPa nicht 2 mal zahlen !
    Ehepaare ohne Kinder sind Nutznießer eines verfehlten Steuerrechts: Anderer Leute Kinder zahlen deren Rente. Und: Nach der Scheidung verarmen paPPa und Mama.
    Wir wollen die Aufgabe des Ehegattensplittings und die Einführung des Familiensplittings und das Verbleiben der getrennten Eltern in der Steuerklasse III.


  7. Der leidige „Unterhalt“ muß verschwinden !
    Das Streiten um den Unterhalt und das meist vergebliche Einfordern fälliger Beiträge kosten viel mehr als der Unterhalt selber.
    Wir wollen die „Erziehungsbeihilfe“ und die Beteiligung beider Eltern an den Aufwendungen so, daß beide Eltern eine gleichwertige Zukunftsperspektive haben.


  8. Laßt mir bitte, bitte meine Unschuld !
    Schon der Verdacht auf sexuellen Mißbrauch löst die Katastrophe und unheilbares Leid aus. In jedem 2. Sorge-/Umgangsrechtsstreit wird der Vorwurf heute erhoben.
    Wir wollen die Ahndung bei unbegründeter Äußerung und qualifizierte Berater / Richter, die mit dem Vorwurf umgehen können. Man darf nicht zulassen, daß wir Kinder in der Partnerschaftskontroverse mißbraucht werden.
  9. Andere Länder geben gute Beispiele - interessiert sich hier niemand dafür ?


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